Koffein-Kick mit Risiko
Neue „Risiko“-Podcast-Folge zum zum „Muntermacher“
Koffein ist im Alltag fast allgegenwärtig. Es steckt in der morgendlichen Tasse Kaffee, im schwarzen Tee, in Cola, Energydrinks und selbst in Schokolade. „In moderaten Mengen hat Koffein eine anregende, positive Wirkung“, erklärt Biologin Dr. Anke Ehlers in der neuen Folge von „Risiko“ – dem Wissenschaftspodcast vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
In hohen Mengen kann Koffein allerdings Schweißausbrüche, Angstzustände und Herzrhythmusstörungen auslösen sowie das Wachstum des Fötus im Mutterleib stören. Starke Überdosierungen durch Nahrungsergänzungsmittel können in Extremfällen sogar tödlich enden.
Grundsätzlich gilt bei Erwachsenen als Einzeldosis eine Menge von 200 Milligramm Koffein als gesundheitlich unbedenklich. Das entspricht etwa zwei Tassen Kaffee, zwei Dosen Energydrink, vier Tassen Tee, oder fünf Dosen Cola. Über den Tag verteilt gilt sogar die doppelte Menge, also bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag, als unbedenklich.
Die Schwelle, ab der es tatsächlich zu unerwünschten Symptomen kommt, ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich
Und wer beispielweise regelmäßig viel Kaffee trinkt, entwickelt meist auch eine höhere Toleranzschwelle. „Aber sie brauchen dann auch mehr Kaffee, um die positiven Wirkungen noch zu merken.“
Besondere Vorsicht ist bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Koffein angebracht, wie sie teilweise zur Leistungssteigerung im Sport benutzt werden. Hier sollten unbedingt die Hinweise zur Dosierung beachtet werden, da es sonst leicht zu einer Überdosierung kommen kann.
„Problematisch ist vor allem reines Koffein-Pulver in loser Form“, sagt BfR-Expertin Ehlers: „Das ist so hoch konzentriert, dass man die nicht einfach so mit einer Küchenwage abmessen kann.“
Die gesundheitlich unbedenkliche Menge von 200 Milligramm oder 0,2 Gramm entspricht hier etwa einer Messerspitze. Und bereits ein bis zwei Teelöffel können tödlich sein.
Bei Kindern und Jugendlichen wird die noch gesundheitlich unbedenkliche Menge Koffein über das Körpergewicht ermittelt: Akzeptabel ist demnach eine tägliche Aufnahme von 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht.
Insbesondere bei jüngeren Kindern wird Koffein hauptsächlich über Schokolade aufgenommen.
Um über Süßigkeiten bedenkliche Mengen Koffein zu erreichen, müsste ein Kind aber schon sehr große Mengen in sehr kurzer Zeit verzehren. „
Nimmt man als Beispiel ein 4-jähriges Kind, dass etwa 17 Kilo wiegt, dürfte es etwa 50 Milligramm Koffein gerade so noch aufnehmen“, sagt Ehlers. Die Menge entspreche etwa dem Koffeingehalt in zweieinhalb Tafeln Vollmilch-Schokolade oder in einem halben Liter Cola. „Wobei das natürlich keine Empfehlung ist, allein schon wegen des hohen Zuckergehalts, sondern eben die Menge, die gerade noch unbedenklich ist mit Blick auf den Koffein-Gehalt.“
Energydrinks enthalten ähnlich viel Koffein wie Kaffee.
Eine Dose à 250 Milliliter enthält durchschnittlich etwa 80 Milligramm Koffein. Für Jugendliche gilt deshalb: Schon mit der dritten Dose haben sie die unbedenkliche Menge überschritten. Bei Mischungen von Energydrinks und Alkohol kann sich die Wirkung noch verstärken, sagt Ehlers: „Sowohl das Koffein als auch der Alkohol wirken sich auf das Herz-Kreislauf-System aus und können Herzrhythmusstörungen verursachen. Treffen beide Faktoren zusammen, kann sich diese negative Wirkung unter Umständen verstärken.“
Der „Risiko“-Podcast kann kostenfrei über alle gängigen Podcast-Plattformen und Podcast-Apps abonniert werden. Außerdem lassen sich alle Folgen auch einzeln über die BfR-Webseite abrufen.
Link zur vollständigen Podcast-Folge:
Folge 7: E-Zigaretten: Koffein-Kick mit Risiko
Gast: Dr. Anke Ehlers, BfR-Abteilung „Lebensmittelsicherheit“
https://podcast.bfr.bund.de/7-koffein-kick-mit-risiko-007
Über „Risiko – Der BfR-Podcast“:
Tageszeitungen, Nachrichtenportale und Social-Media-Posts warnen ständig vor neuen Gesundheitsgefahren: Weichmacher in Sonnencremes, Mikroplastik im Körper oder angebliche Schadstoffe in Lebensmitteln. Was ist tatsächlich dran an diesen angeblichen Gefahren? Wie groß ist das Risiko für mich persönlich? In unserem Podcast „Risiko“ gehen wir solchen Themen auf den Grund. Unaufgeregt, wissenschaftlich fundiert und gut verständlich. „Risiko“ erscheint etwa einmal pro Monat. Im lockeren Gespräch mit Expertinnen und Experten geht es dann um tatsächliche und vermeintliche Gesundheitsrisiken durch Lebensmittel, Chemikalien oder Verbraucherprodukte.
Weitere Informationen auf der BfR-Website zum Thema Koffein:
- Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln, einschließlich Energy Drinks
https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_koffein_und_koffeinhaltigen_lebensmitteln__einschliesslich_energy_drinks-194760.html - Hochkonzentriertes Koffein-Pulver kann bereits in geringen Mengen schwere Vergiftungen hervorrufen
https://www.bfr.bund.de/cm/343/hochkonzentriertes-koffein-pulver-kann-bereits-in-geringen-mengen-schwere-vergiftungen-hervorrufen.pdf